Faire Kreditvergabe

Fair gehandelte Produkte kennt inzwischen jeder. Selbst im Supermarkt sind sie zu finden. Beim Kauf eines fair gehandelten Produktes zahlt der Verbraucher in klein wenig mehr Geld. Dieses Geld kommt dann den Produzenten der Ware zu Gute. Diese werden dadurch befähigt, auf eigenen Beinen zu stehen und nicht für einen Hungerlohn arbeiten zu müssen. Weniger bekannt sind die sogenannten fairen Kredite. Doch beide Konzepte haben nicht nur das Wort fair gemeinsam.

Das Konzept

Die Kreditgeber von sogenannten fairen Krediten legen besonderen Wert auf die Nachhaltigkeit und das ethische Verhalten der Unternehmen, in die sie investieren. Zudem sind diese Kredite oft als eine Art Entwicklungshilfe gedacht. Daher wird der Großteil dieser Kredite in Unternehmen in den Entwicklungsländern vergeben. Einige Kredite unterstützen größere Unternehmungen, die zum Beispiel fair gehandelte Produkte anbauen. Andere Investitionen werden als so genannte Mikrokredite vergeben. Diese Mikrokredite sind erst vor kurzer Zeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden, als der Gründer der Grameenbank, Muhammad Yusuf, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Die Bank wurde 1983 gegründet, um die weit verbreitete Armut in Bangladesch zu bekämpfen.

Wer bekommt wozu (Mikro)Kredite?

Kreditnehmer sind aus verschiedenen Gründen meistens Frauen. Außerdem müssen sich oft Gruppen von Menschen oder oder das ganze Dorf zusammenschließen und füreinander bürgen, damit einige von ihnen einen Kredit bekommen können. Dieses geht jedoch nur, wenn der oder die Bürgen auch bereit sind eine solche Bürgschaft zu übernehmen. Ferner ist es unabläßlich das die Bonität (siehe Börsenlexikon der FAZ) der Bürgen gewährleistet ist. Mehr dazu erfährt man zum Beispiel unter www.juraforum.de, welches mit einem Lexikon in Sachen juristischer Begriffe aufwartet. Erst wenn dieser Kredit zurückgezahlt ist, können weitere Menschen aus dieser Gruppe selbst einen Kredit erhalten. Durch diese Maßnahme ist die Rückzahlungsrate der Kredite äußerst hoch. Eine der bekanntesten Unternehmen in diesem Bereich ist die gemeinnützige Organisation Kiva.
Die Mikrokredite werden vergeben, um einzelne Personen oder Familien mit kleinen Geldsummen zu unterstützen, damit diese ein eigenes Geschäft aufbauen oder neue Geräte für die Landwirtschaft anschaffen können. Manchmal genügt auch eine kleine Geldsumme, um benötigte Rohstoffe einzukaufen. Dies ist wichtig, da die Menschen sich sonst das dafür benötigte Geld für Wucherzinsen von lokalen Geldleihern leihen müssten. Dank des Mikrokredites bleibt ein größerer Teil ihrer Arbeitsleistung bei Ihnen und ermöglicht es Ihnen, Ihr Geschäft auszubauen. Dies führt zu einer verbesserten allgemeinen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sowie, da die meisten Kredite an Frauen vergeben werden, zu einer geringeren Abhängigkeit der Frauen von ihren Männern.
Für Schüler und Lehrer gibt es hierzu spannende Unterrichtsmaterialien im Netz, siehe Projektunterricht “Globale Partnerschaft durch faire Kredite”.

Faire Kredite in Deutschland

Auch in Deutschland wird das Konzept der fairen Kredite angewandt. Um Kleinstunternehmen, die oftmals keine Kredite von einer normalen Bank erhalten, mit notwendigem Kapital zu versorgen, hat die Bundesregierung Ende 2009 den Mikrokreditfonds Deutschland aufgesetzt. Mit der Verwaltung wurde die GLS Gemeinschaftsbank beauftragt. Mit diesem Fonds sollen jährlich mehr als 1200 Kredite vergeben werden.